• Abgespeist.de: Eine mutige Kampagne gegen Werbelügen

Abgespeist.de: Eine mutige Kampagne gegen Werbelügen

  • Abgespeist.de: Eine mutige Kampagne gegen Werbelügen

Zuckerbomben und Panscherei – wenn es um die Täuschung vegetarischer und nichtvegetarischer Verbraucher geht, kennen einige Unternehmen keine Skrupel. Auf der Website abgespeist.de sollen die dreistesten Lügner dafür einen Denkzettel erhalten.


Statt eines Oskars verleiht die politische Organisation Foodwatch seit 2009 den „Goldenen Windbeutel“ an Lebensmittelhersteller wie Ferrero. Bis zum 18. Juni können Verbraucher online auf abgespeist.de für ihren Favoriten abstimmen. Neben der Milchschnitte wurden in den letzten Jahren der Monte Drink von Zott sowie Actimel „ausgezeichnet“.

Mutige Kritik mit abgespeist.de

Foodwatch, das bedeutet so viel wie „Futterwächter“. Mit Argusaugen wacht der kleine Stab aus dreizehn Mitarbeitern über die Kennzeichnung von Lebensmitteln und arbeitet dabei mit diversen Partnern aus der Gesundheitsbranche zusammen. Ihren Einsatz für ein Ende des Etikettenschwindels und für die Interessen der Verbraucher finanzieren sie unabhängig von Lobbys und Konzernen aus Spenden. Kostenlos steht jedem Verbraucher die Website abgespeist.de mit Infos zum Etikettenschwindel und der Abstimmung des Goldenen Windbeutels zur Verfügung.

Protestportal zum Mitmachen

Die Abstimmung über den Goldenen Windbeutel ist nur eine von vielen Möglichkeiten, sich als Vegetarier, Veganer oder Fleischfresser bei foodwatch bei beteiligen. Wie das Mitmachportal das-ist-drin.de können auch hier Verbraucher eigene Produkte vorschlagen. Über die 5 größten Werbelügen wird einmal jährlich abgestimmt. Zur Abstimmung kommst du hier. Doch auch gegen Tierquälerei, wie der unkontrollierte Einsatz von Käfigeiern in Nudelgerichten, Gebäck oder Eis, setzt sich Foodwatch ein. Per Mail könnt ihr Kampagnen wie diese ganz leicht unterstützen.

Ungehörter Protest oder wirkungsvoller Einsatz?

Obwohl an der letzten Abstimmung zum Goldenen Windbeutel auf abgespeist.de rund 50.000 Verbraucher teilgenommen haben, weigern sich Konzerne wie Ferrero, den „Preis“ entgegenzunehmen und sich zu der Kritik zu äußern. Doch auch wenn Unternehmen die Organisation nicht ernst nehmen mögen, haben viele doch Respekt vor der öffentlichen Rüge. Manch eine Kampagne mag nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, aber Aktionen wie diese führen zu Diskussionen und regen zum Nachdenken über Essverhalten und Konsum an. Ein wirkungsvoller und lobenswerter Einsatz für die Verbraucher. Die aktuelle Abstimmung für den Goldenen Windbeutel läuft noch bis zum 18.Juni.

Bildquelle: Pixabay, Saramukitza, 2263618