6

Vegetarisch und vegan wird gesetzlich geschützt

Das Europaparlament hat über die gesetzlich präzise Definition der Begriffe „vegetarisch“ und „vegan“ abgestimmt. Europaweit dürfen in Zukunft nur noch Lebensmittel als vegetarisch deklariert werden, die auch tatsächlich keinerlei Produkte von getöteten Tieren enthalten.

Was für gut informierte Vegetarier und Veganer selbstverständlich ist, wird nun auch gesetzlich genau geregelt. Ein neues Lebensmittelinformationsgesetz soll die ungenaue Deklarierung von vegetarischen und veganen Produkten nun gesetzlich präzisieren. Bisher konnte jeder Hersteller seine Produkte als vegetarisch verkaufen, da die Auslegung der Inhaltsstoffe einer undurchsichtigen Grauzone glich. Die Durchsetzung des neuen europaweit gültigen Gesetzes kann als wichtiger Schritt für die allgemeine Verbrauchersicherheit gewertet werden.

Vegetarisch und vegan – Europaweit gesetzlich geschützt

Bisher konnte einem nur ein genauer Blick auf die Zutatenliste einen Hinweis darauf geben, ob ein Produkt tatsächlich nicht unter Verwendung von tierischen Bestandteilen hergestellt wurde. Dieser Blick half allerdings auch nicht immer, denn wer hat schon immer ein Buch mit allen E-Stoffen griffbereit, oder kennt sich unbeirrbar mit allen chemischen Zusatzstoffen aus.

carlotta© flickr.com/silviadinatale©

Vegetarisch und Vegan – Von nun an eindeutig gekennzeichnet

Der beschlossene Gesetzesentwurf lautet im genauen Wortlaut: „Der Begriff „vegetarisch“ ist nicht auf Lebensmittel anzuwenden, bei denen es sich um Erzeugnisse handelt oder die aus oder mithilfe von Erzeugnissen hergestellt werden, die aus verendeten, geschlachteten oder aufgrund ihres Verzehrs zu Tode gekommenen Tieren gewonnen wurden. Der Begriff „vegan“ ist nicht auf Lebensmittel anzuwenden, bei denen es sich um Tiere oder tierische Erzeugnisse handelt oder die aus oder mithilfe von Tieren oder tierischen Erzeugnissen (einschließlich Erzeugnissen von lebenden Tieren) hergestellt wurden.“

Von nun an ist es nicht nur für Vegetarier und Veganer einfacher, sich im täglichen Leben auf die Deklarierungen auf Lebensmitteln zu verlassen. Auch Muslime und Hindu können so sicher gehen, keinerlei tierische Rückstände in ihrer Nahrung zu finden.

Comments

  • Manuel

    Written on 23. Juli 2010

    Und wie geht man nun mit der Problematik um, dass Bienen einem dabei helfen, den Apfel überhaupt erst wachsen zu lassen?

    Oder wenn das Gemüse mit der KAcke der Kühe gedüngt wurde?

    Ist dann ja trotzdem vegan, laut dieser Definition aber eigentlich doch nicht…?

  • Mike

    Written on 31. Juli 2010

    Wirklich eine schwierige Frage. Hoffe da wird noch eine Antwort drauf gefunden. Vielleicht sollte man einen neuen Begriff finden für Erzeugnisse, die auf natürliche Weise angebaut, bestäubt und gedüngt wurden. ICh finde nichts schlimmes daran mit Kuhdung zu arbeiten oder die Bienen bestäuben zu lassen.

  • Silva Schmitt

    Written on 2. August 2010

    Statt sich in groteske Details zu verlieren (siehe Bienen, wäre es da nicht besser, sich auf das eigentliche Ziel zu besinnen, nämlich das Tierleid zu verringern und andere Menschen zu sensibilisieren? Solche Haarspaltereien führen doch nur dazu, dass Veganer in die Spinnerecke abgeschoben werden.

  • Anke

    Written on 24. August 2010

    Ich finde nicht, dass das mit den Bienen eine Haarspalterei ist. Ich hatte bis vor kurzem selbst ein paar Bienenvölker und wünschte mir, dass manche Menschen auf dem Teppich bleiben würden, sich richtig informieren und an Fakten halten. Zum Beispiel können nur Honigbienen die effektive Bestäubung aller darauf angewiesenen Pflanzen leisten, natürlich sind Wildbienen und Hummeln auch klasse, aber ein Hummelvolk ist wirklich sehr klein und Wildbienen sind eher alleine unterwegs. Die künstliche Befruchtung von Drohnen ist ein Relikt aus der DDR und sehr sehr exotisch. Übrigens überlebt ein Drohn nie den Geschlechtsakt, Mutter Natur hat das nicht so geplant.

  • Kohlrabitiger

    Written on 11. Februar 2012

    Bin selber Veganer und befürworte die Imkerei. Imkerei ist aktive Naturschutzarbeit, denn die Bienen finden in unserer aufgeräumten Landschaft keine geeigneten Baumhöhlen etc. Leider kursieren da viele Schauermärchen durch die Gegend. Bienen leiden nicht unter dem Menschen, Ausnahme ist allerdings die brutale Wanderimkerei in den USA. Bienen kommen und gehen und der Mensch musste sich an die Bedürnisse der Bienen anpassen. Honig muss man nicht haben, aber die Bienen sind sehr wichtig. Lies mal das Buch: „Welt ohne Bienen. Wie das Sterben einer Art unsere Zivilisation bedroht“. Honig esse auch ich mit ruhigem Gewissen, aber sehr wenig. Imker und Biene stehen in einem win-win-Verhältnis. Ohne Imker würden die Bienen hier Aussterben, nicht zuletzt durch verschiedene Krankheiten und Parasiten, die leider ohne Hilfe des Menschen die Bienen töten. Und die Bienen sammeln in der Regel viel mehr Honig, als sie für sich brauchen. Wenn der Imker also diesen Überschuss entnimmt, schadet er den Bienen nicht und tut ihnen auch nicht weh. Reich wird sowieso niemand davon. Es ist eher eine Art Gegenleistung für die viele Arbeit. Viele Veganer sind da anderer Meinung, haben aber keine gesicherte Aussage, wie die Welt ohne Bienen aussehen wird und woher sie ihr Obst nehmen wollen. Immerhin ist es ein gesichertes Wissen, das ca. 90% der Bestäubung unserer Obstbäume von Bienen erledigt wird. In China gibt es schon bienenfreie Zonen, da bestäuben die Bauern ihr Obst mit dem Pinsel. In Deutschland allein müsste man da mehrere Milliarden an Lohngeldern aufbringen, um die Bestäubungsleistungen der Honigbiene durch Handarbeit zu ersetzen. Als Ersatz wird oft Ahornsirup verwendet. Dazu muss man den Bäumen schwere Verletzungen zufügen. Das ist viel brutaler als eine liebevoll geführte Imkerei.

  • Judith

    Written on 16. März 2012

    Also solche Haarspaltereien müssen echt nicht sein! Ich war als Kind mit meinem Opa regelmäßig im Wald und habe Brombeeren für Marmelade gesammelt – soll ich jetzt drüber nachdenken ob die Früchte besonders lecker aussehen weil da mal ein Reh oder Hirsch drangepi*** hat? Ist das dann nicht mehr vegan? Allerdings schadet das Düngen auch den Böden denn durch die unnötige Massentierhaltung wird ja viel zu viel Jauche auf den Feldern „entsorgt“ – dass trifft es eher, mit Düngung hat das nix mehr zu tun. Wir haben im Garten meiner Eltern Kompost vergraben zur Düngung, eben die Gemüseabfälle aus der Küche, aber auch der Mist meines Meerschweinchens, ist halt so.

    Bienen sind wichtig für mein Obst & Gemüse, und wenn wir ihnen damit helfen sollen sich meinetwegen Imker um die Tiere kümmern. Seh ich ganz genauso! Aber Honig mag ich vor allem deswegen nicht mehr, weil dieser im „Honigmagen“ entsteht und ich damit „Kotze einer anderen Spezies“ suggeriere, das weckt ekel statt Appetit bei mir. Überschuss oder nicht, die Bienen können ihn gerne behalten wie es von der Natur gedacht ist. Es gibt ja auch Agavendicksaft und Reissirup, der von Müsliherstellern verwendet wird statt Honig wenn sie ein Herz für Veganer haben, es muss nicht Ahornsirup sein, auch wenn ich ihn lecker finde.