Das Europaparlament hat über die gesetzlich präzise Definition der Begriffe “vegetarisch” und “vegan” abgestimmt. Europaweit dürfen in Zukunft nur noch Lebensmittel als vegetarisch deklariert werden, die auch tatsächlich keinerlei Produkte von getöteten Tieren enthalten.
Was für gut informierte Vegetarier und Veganer selbstverständlich ist, wird nun auch gesetzlich genau geregelt. Ein neues Lebensmittelinformationsgesetz soll die ungenaue Deklarierung von vegetarischen und veganen Produkten nun gesetzlich präzisieren. Bisher konnte jeder Hersteller seine Produkte als vegetarisch verkaufen, da die Auslegung der Inhaltsstoffe einer undurchsichtigen Grauzone glich. Die Durchsetzung des neuen europaweit gültigen Gesetzes kann als wichtiger Schritt für die allgemeine Verbrauchersicherheit gewertet werden.
Vegetarisch und vegan - Europaweit gesetzlich geschützt
Bisher konnte einem nur ein genauer Blick auf die Zutatenliste einen Hinweis darauf geben, ob ein Produkt tatsächlich nicht unter Verwendung von tierischen Bestandteilen hergestellt wurde. Dieser Blick half allerdings auch nicht immer, denn wer hat schon immer ein Buch mit allen E-Stoffen griffbereit, oder kennt sich unbeirrbar mit allen chemischen Zusatzstoffen aus.
Vegetarisch und Vegan - Von nun an eindeutig gekennzeichnet
Der beschlossene Gesetzesentwurf lautet im genauen Wortlaut: “Der Begriff “vegetarisch” ist nicht auf Lebensmittel anzuwenden, bei denen es sich um Erzeugnisse handelt oder die aus oder mithilfe von Erzeugnissen hergestellt werden, die aus verendeten, geschlachteten oder aufgrund ihres Verzehrs zu Tode gekommenen Tieren gewonnen wurden. Der Begriff “vegan” ist nicht auf Lebensmittel anzuwenden, bei denen es sich um Tiere oder tierische Erzeugnisse handelt oder die aus oder mithilfe von Tieren oder tierischen Erzeugnissen (einschließlich Erzeugnissen von lebenden Tieren) hergestellt wurden.”
Von nun an ist es nicht nur für Vegetarier und Veganer einfacher, sich im täglichen Leben auf die Deklarierungen auf Lebensmitteln zu verlassen. Auch Muslime und Hindu können so sicher gehen, keinerlei tierische Rückstände in ihrer Nahrung zu finden.
Juli 23rd, 2010 um 21:15
Und wie geht man nun mit der Problematik um, dass Bienen einem dabei helfen, den Apfel überhaupt erst wachsen zu lassen?
Oder wenn das Gemüse mit der KAcke der Kühe gedüngt wurde?
Ist dann ja trotzdem vegan, laut dieser Definition aber eigentlich doch nicht…?
Juli 31st, 2010 um 13:56
Wirklich eine schwierige Frage. Hoffe da wird noch eine Antwort drauf gefunden. Vielleicht sollte man einen neuen Begriff finden für Erzeugnisse, die auf natürliche Weise angebaut, bestäubt und gedüngt wurden. ICh finde nichts schlimmes daran mit Kuhdung zu arbeiten oder die Bienen bestäuben zu lassen.
August 2nd, 2010 um 16:59
Statt sich in groteske Details zu verlieren (siehe Bienen, wäre es da nicht besser, sich auf das eigentliche Ziel zu besinnen, nämlich das Tierleid zu verringern und andere Menschen zu sensibilisieren? Solche Haarspaltereien führen doch nur dazu, dass Veganer in die Spinnerecke abgeschoben werden.
August 24th, 2010 um 20:55
Ich finde nicht, dass das mit den Bienen eine Haarspalterei ist. Ich hatte bis vor kurzem selbst ein paar Bienenvölker und wünschte mir, dass manche Menschen auf dem Teppich bleiben würden, sich richtig informieren und an Fakten halten. Zum Beispiel können nur Honigbienen die effektive Bestäubung aller darauf angewiesenen Pflanzen leisten, natürlich sind Wildbienen und Hummeln auch klasse, aber ein Hummelvolk ist wirklich sehr klein und Wildbienen sind eher alleine unterwegs. Die künstliche Befruchtung von Drohnen ist ein Relikt aus der DDR und sehr sehr exotisch. Übrigens überlebt ein Drohn nie den Geschlechtsakt, Mutter Natur hat das nicht so geplant.