Vielleicht ist es für die meisten Leute schon klar, aber für mich persönlich ist es schockierend, wieviele der Klischees anscheinend zutreffen. China, Reich der Mitte, ein Land mit einer Tradition von Jahrtausenden und geschätzten 1,3 Milliarden Einwohnern, hat keine Tierschutzrichtlinien.
Das ist in sofern fatal, als Tiere in China noch mehr als hier als Nahrungslieferant genutzt werden. Hunde, Katzen, Pelztiere, Kaninchen – was für uns als Haustier gilt, ist dort einen Schritt entfernt von der Bratpfanne. Das wäre an sich ja kein neues Problem – andere Länder, andere Sitten. Zum Beispiel wäre ein Inder sicherlich entsetzt, wenn er sieht, wie die ihm heilige Kuh hierzulande in Massen zu Fleischscheiben verarbeitet wird.
Aber es gibt in China keine einheitliche Richtlinie, wie die Nutztiere zu züchten sind. Das führt dazu, dass sich die Tiere noch viel barbarischeren Zuständen ausgesetzt sehen, als bei uns. In der Stadt sind Märkte mit nebeinander gestapelten Käfigen, in die lebendige Tiere gequetscht sind, keine Seltenheit.
Was in Hollywoodfilmen oft benutzt wird, um das “Flair” zu intensivieren, ist somit Realität: Ein Tierleben gilt nichts im Reich der Mitte. Da man diese Tatsache über kurz oder lang nicht wird ändern können, ist es wohl müßig, das Thema anzusprechen. Deswegen verzeiht mir den folgenden “BRAVO“-Satz: ES IST EINE SCHANDE!
Natürlich ist China auch ein Land der Menschenrechtsverletzungen. Klar kann man sagen, da läuft so viel schief, ist doch logisch, dass das mit dem Tierschutz nicht hinhaut. Trotzdem: Ein Land, was versucht, sich aus dem Status Schwellenland zu erheben, braucht über kurz oder lang vernünftige Tierschutzgesetze. Und kommt mir nicht mit der Armut. Ein armer Mensch behandelt seine Tiere freundlich, denn sie sind das einzige, was ihn am Leben hält. Die Tierschutzverbrechen werden auch nicht primär von den vorher angesprochenen Straßenhändlern verübt. Konzerne aus der ganzen Welt produzieren hier billig und ohne “lästige Richtlinen”, Produkte, die wir hinterher kaufen.
Ich weiß nicht, wie sich das lösen lässt, aber es ist nicht in Ordnung.
Quelle: Vier Pfoten