Fleisch: Nebenwirkungen der Massentierhaltung

Massentierhaltung ist ein Begriff der schon seit einigen Jahren immer wieder durch die Medien streift. Übermäßiger Konsum von Fleisch ist der Andere. Beides sind Probleme unserer modernen Gesellschaft. Und auch wenn sich Tierschutzorganisationen und Vegetarierbund immer wieder bemühen, die Fahne hoch zu halten, am Verhalten des Konsumenten konnten sie bisher nicht viel ausrichten. Höchste Zeit also, noch einmal die Nebenwirkungen aufzuzeigen.


Unter Massentierhaltung versteht man die Produktion einer maximalen Menge an Fleisch, Milch und Eiern. Diese muss so schnell und so kostengünstig wie nur möglich stattfinden, unter Ausnutzung von geringstmöglichem Platz. Dass das Nebenwirkungen für Mensch und Umwelt hat, verschweigt die Industrie großzügig.

Der Wirtschaftsfaktor Tier

Gleich am Anfang dieses Beitrages muss eines stehen: Tiere sind leidensfähige Geschöpfe, die es nicht verdient haben, wie leblose Sachen, wie Produktionsgeräte behandelt zu werden. Von der Industrie wird uns erzählt, dass Fleisch ein junges, frisches Produkt ist, das uns stark macht. Wir brauchen Fleisch für unsere Gesundheit. Mit dieser Aussage verleumdet die Fleischindustrie eindeutige wissenschaftliche Erkenntnisse über die schädlichen Auswirkungen von Fleischkonsum.

Fleisch essen zu können ist seit jeher ein Zeichen von Wohlstand. Das führt dazu, dass auch in den Ländern der so genannten Dritten Welt Fleisch stark nachgefragt wird. Mit dem stetigen Anwachsen der Weltbevölkerung steigert sich so auch der Fleischverzehr. Inzwischen alarmieren uns immer wieder erschreckende Zahlen zum Thema Fleischproduktion und Massentierhaltung. Doch wir ignorieren sie. Wir versuchen das Allheilmittel gegen den Klimakollaps in der Erforschung und Verbreitung erneuerbarer Energien zu finden und ignorieren dabei völlig, dass 18 % der Treibhausgase allein von der Nutztierhaltung stammen!

Immerhin sind das 40 % mehr als Autos, LKWs, Flugzeuge und Schiffe zusammen. Das muss man sich mal langsam durch den Kopf gehen lassen. Fleischessen ist klimaschädlicher als Autofahren! Solange also diejenigen, die ihren Strom aus Windenergie beziehen noch immer Fleisch essen, können sie sich nicht als Umweltschützer bezeichnen. Viele steigen auf Bio-Fleisch um. Doch können diese Massen an Fleisch, die unsere Gesellschaft inzwischen konsumiert, auch wirklich auf ethisch vertretbarem Weg bereitgestellt werden? Mit dem EG-Biosiegel hat die EU schon den Weg in die richtige Richtung geebnet, allerdings unter vereinfachten Bedingungen für die Fleischlobby.

Noch mehr Erschreckendes zum Thema Fleisch und Massentierhaltung

Um eine tierische Kalorie Fleisch herzustellen, werden sieben pflanzliche Kalorien benötigt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass von den 1/3 der Erdoberfläche, die der Landwirtschaft dienen, 70 % auf die Fleischproduktion verwendet werden. Würde man auf diesen Flächen doch nur Getreide für den hungernden Teil der Weltbevölkerung anbauen. In Ländern, die ohnehin schon unter Trockenheit und Dürre zu leiden haben, werden zusätzlich noch Futtermittel unter großen Einsatz von dringend benötigtem Trinkwasser angebaut. Und wozu? Um die schier grenzenlose Fleischsucht der Industrieländer zu stillen.

Inzwischen gehen 80% des Regenwaldverlustes im Amazonasgebiet zu Lasten der Fleischindustrie. Die Methangasausstöße der Tiere belasten unsere Atmosphäre. Die riesigen Mengen an tierischen Exkrementen müssen auch irgendwo entsorgt werden. Sie landen in gigantischen Güllegruben, weil niemand weiß, wohin mit dem toxischen Abfall. Und es geht noch weiter: Die zunehmende Resistenz von Keimen gegen Antibiotika ist ebenfalls durch die Massentierhaltung verschuldet. Antibiotika werden nicht therapeutisch eingesetzt, sondern prophylaktisch. Das sind gewaltige Mengen. Anders wären Krankheiten, die sich nur aufgrund der geringen Platzverhältnisse so schnell bilden und ausbreiten, überhaupt nicht in den Griff zu kriegen.

Im Übrigen entwickeln sich stinknormale Menschen in den Schlachthöfen zu Sadisten. Tiere werden geschlagen und misshandelt. Aufgrund der zügigen Arbeitsabläufe sind sie zum großen Teil nicht mal tot, wenn sie kopfüber an den Beinen aufgehängt werden, um auszubluten. Viele sind noch immer nicht tot, wenn ihnen die Beine abgeschnitten werden und die Haut abgezogen wird. Das ist so unfassbar grausam! Auf Youtube gibt es unzählige Videos dazu. Erst vor wenigen Monaten lief auf Arte eine Doku darüber. Es passiert genau hier, hier in Europa!

Abhilfe schaffen durch konsequenten Fleischverzicht

Der Mensch ist ein Allesesser, das heißt, er kann alles essen, muss es aber nicht. Der Mensch hat eine Wahl. Davon sollte er auch Gebrauch machen. Den eigenen Nährstoffbedarf kann man, entgegen der weit verbreiteten und von der Industrie propagierten Meinung auch ohne Fleisch decken. Es ist immer schwer, mit Gewohnheiten zu brechen. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Wir können alle dazu beitragen, aus der Welt einen besseren Ort zu machen, an dem das Leben respektiert wird. Es ist an der Zeit aufzuhören, die Stummheit der Tiere auszunutzen. Das grenzenlose Tierleid zugunsten menschlicher Gelüste muss endlich ein Ende haben.

Für eine leichtere Umstellung, gibt es hier auf dem Blog eine Vielzahl an Rezepten für leckere Gerichte, die ohne Fleisch auskommen. Hilfestellung kann man sich außerdem, von auf die vegetarische Ernährung spezialisierten Ernährungsberatern holen.