Sind Smoothies eigentlich vegan?

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Ist diese Frage einfach mit Ja zu beantworten? Oder etwa doch nicht? Smoothies und Fruchtsäfte werden aus pflanzlichen, natürlichen Zutaten hergestellt. Also aus Obst und Gemüse. Dennoch: Viele Fruchtsäfte sind keinesfalls vegan, denn tierische Hilfsmittel kommen in der Produktion fast immer zum Einsatz. Für Smoothies und Fruchtgetränke gibt es bisher keine Kennzeichnungspflicht. Vegan sind sie nur dann, wenn wir sie selbst herstellen, nicht aber, wenn wir sie im Supermarkt oder Biomarkt kaufen.

Smoothies: Vom Regal oft nicht vegan

Generell werden bei der Produktion auch tierische Trägerstoffe genutzt. Also zum Beispiel Gelatine. Diese kommen bei der Filterung der Säfte zum Einsatz. Damit werden Trubstoffe, das natürliche Fruchtfleisch, aus dem Saft gefiltert. Mit diesem einfachen Produktionsschritt wird aus einem ehemals trüben Apfelsaft ein klarer Saft.

In der Industrie wird dieser Schritt bei der Produktion auch als Schönung oder Klärung bezeichnet. Dabei kommt aber nicht nur der Saft in Verbindung mit den tierischen Stoffen. Meistens bleiben kleinste Rückstände der Gelatine selbst im Saft zurück.

Hundertprozentig vegane Smoothies im Supermarkt zu finden ist oft ein Ding der Unmöglichkeit. Der Einsatz von Schweine- oder Fischgelatine ist in der Produktion bis heute ausdrücklich erlaubt, geregelt in der Fruchtsaftverordnung. Auch Weine und diverse Biere werden so behandelt.

Neben dem obig beschriebenen Produktionsschritt gibt es noch einen weiteren, bei dem Gelatine zum Einsatz kommt. So werden Fruchtsäfte oft mit dem Provitamin A angereichert. Auch dieses künstliche Anreichern funktioniert über die Zugabe von Gelatine.

Smoothies – so beliebt wie nie

Dabei sind die fruchtigen Smoothies seit Jahren im Trend. Für Zwischendurch, als Ersatz für den Mittagstisch oder einfach nur so. Auch die Entgiftung mit Smoothies ist ein großes Thema. Dass sie dennoch nicht vegan sind, wird häufig verschwiegen. Medial findet es kaum Beachtung. Dabei sind fast alle Fruchtsäfte davon betroffen.

Naturtrüb oder klar – ein Unterschied

Ein Saft ist von Natur aus trüb. Besser verkaufen lassen sich natürlich klare Säfte. Damit diese klar werden, muss der naturtrübe Saft herausgefiltert werden. Dazu wird tierische Gelatine genutzt. Zwar wird der Saft nach diesem Vorgang ein zweites Mal gefiltert, dennoch bleiben in der Regel kleinste Partikel von Gelatine im Saft zurück. Der Smoothie kommt also so oder so in Berührung mit dem tierischen Produkt. Er ist nicht mehr vegan.

Es gibt jedoch ein Aber! Denn der Umkehrschluss ist ja noch offen. Wenn ein naturklarer Saft nicht vegan ist, muss es der naturtrübe sein? Richtig! Aber nicht zwangsläufig. Denn auch naturtrübe Säfte können Reste von Gelatine aufweisen. Sind die naturtrüben Säfte mit Vitaminen künstlich angereichert (Provitamin A), war Fischgelatine im Spiel. Nur mit dieser löst sich das Betacarotin (dient als Farbmittel) wieder.

Wer also wirklich vegan trinken möchte, sollte darauf achten, dass der naturtrübe Saft nicht mit Provitamin A angereichert wurde. Zusätzlich gibt es Säfte, die speziell für Veganer angereichert sind. Allerdings bleibt auch dort ein Unsicherheitsfaktor. Am sichersten ist es daher, die Smoothies selbst herzustellen.

Bildnachweis: Pixabay, 3809512, silviarita

 

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