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Der weltweit erste vegane Stripclub: „Casa Diabolo“

Im Stripclub „Casa Diabolo“ gibt es kein Fleisch zu essen, sondern nur zum Angucken. In Portland Oregon gibt es nämlich den weltweit ersten veganen Stripclub.

In Portland, Oregon, gibt es im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Veganer und die meisten Stripclubs in den USA. Da konnte es nicht mehr lange dauern, bis jemand beides verbindet. Johnny „Diabolo“ Zukle, 43, seit fast 30 Jahren Veganer, hat es im Jahr 2008 gewagt Stripclub und Veganismus zu verbinden. Das einzige Fleisch, was der Gast im „Casa Diabolo“ zu sehen bekommt, tanzt auf der Bühne. Wie kam Johnny Zukle auf die Idee? Und was steckt hinter seinem veganen Stripclub-Konzept?

„Casa Diabolo“: Der erste vegane Stripclub der Welt

Johnny Zukles führte vor einigen Jahren erfolglos ein veganes Restaurant, das „Pirate’s Tavern“, welches inmitten des Industrie- und Rotlichtbezirks lag. Dieses lief nicht so gut, da – wie er sagt – die Arbeiter, die in der Gegend beschäftigt sind, als „echte Kerle“ ein solches Lokal nicht besucht hätten. Daher entschied er sich 2008 zu einer rigorosen Umstrukturierung und machte aus seinem Restaurant den ersten veganen (und rauchfreien) Stripclub der Welt, das „Casa Diabolo.“

Was steckt hinter dem Konzept?

Zukle beschäftigt in seinem Club 85 Tänzerinnen und 30 weitere Mitarbeiter, die den Gästen die Scheu vor veganem Essen nehmen sollen. Zukle sagt selbst, ihm gehe es nicht ums Geld, sondern um die Aufklärung von Menschen, die sonst nicht mit Veganismus in Kontakt kämen. Das Menu im Club ist, obwohl es nicht auf der Karte steht, vegan. Der „Diabolo Burger“ sei der Dauerrenner, wobei viele Besucher des Clubs bei dem Burger schon mal nachfragen, ob es sich nicht doch um Angus-Rindfleisch handle. Es handelt sich jedoch bei diesem Gericht, wie bei den anderen auch, um Fleischersatz. Das Essen wird dann – hier kommt der Stripclub ins Spiel – von den Bedienungen, die oben-ohne bekleidet sind, gebracht.

Selbst die Stripperinnen leben vegan

Tänzerinnen und andere Mitarbeiter ernähren sich während der Arbeit vegan. Doch viele sind auch im Privatleben entweder Vegetarier oder Veganer. Wie Zukle sagt, hätten sich vor der Öffnung des Clubs von alleine, viele vegane oder vegetarische Tänzerinnen gemeldet, weil ihnen das Konzept zusagte. Den Tänzerinnen ist zudem auf der Bühne nicht erlaubt, echtes Leder, Fell oder andere tierische Produkte zu tragen. Verstößt eine Tänzerin dagegen, wird sie zur Seite genommen und darauf hingewiesen, dass sie keine Mordopfer in das Establishment bringen soll. Denn Zukle will keine Show auf Kosten der Tiere.

Das Konzept des veganen Stripclubs scheint so gut aufzugehen, dass Zukle nun einen zweiten Club eröffnen möchte. Hierbei stößt er allerdings auf den Widerstand der Frauenrechtlerinnen. Diese protestieren gegen die Eröffnung eines zweiten Ablegers gemeinsam mit Bürgerrechtsorganisationen, die gegen die Zunahme von Stripclubs und die Verbreitung von Prostitution kämpfen. Zukle und seine Tänzerinnen starteten allerdings eine Gegendemonstration.

Was man nun von einem Club halten soll, der sich für die Rechte von Tieren einsetzt, aber gleichzeitig Frauen zu Lustobjekten macht, ist eine andere Frage. Doch fest steht, Zukle hat mit dem „Casa Diabolo“ ein einzigartiges Konzept auf die Beine gestellt.

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